Chronik der Feuerwehr
Im Jahr 1885 fand am 9. November die Gründungsversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Burgellern-Schlappenreuth statt. 1886 kam mit dem Kauf einer Löschmaschine die nötige Ausrüstung hinzu. Dass auch schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Kassen knapp aber eine ordentliche Ausrüstung für die Einsatzbereitschaft unabdingbar waren, zeigt ein Beschluss vom 8.7.1906 in dem der Aufnahme eines Darlehens von 300 Mark zum Kauf von Uniformen zugestimmt wurde. Auf der anderen Seite konnten aber auch nicht alle Wünsche erfüllt werden. Dies zeigte sich, als am 8.2.1943 ein vom Landratsamt empfohlenes schweres Löschgruppenfahrzeug (SLG) [Vorgänger des späteren LF15] wegen der finanziellen Belastung beim Kauf und starken dauerhaften Ausgaben für den Unterhalt nicht übernommen werden konnte. Zudem fehlten personelle und räumliche Voraussetzungen für eine solche Anschaffung. Stattdessen wurde noch im selben bzw. in den Folgejahren (zwischen 1943 und 1946) die erste motorbetriebene Tragkraftspritze besorgt.
Am 9.12.1951 folgte die Gründung der Feuerwehr auf Vereinsbasis unter der Führung: Joh. Bapt. Müller (Bürgermeister und Vorstand), Pankraz Morgenroth (Kommandant und 2. Vorstand), Johann Amschler (Kassier und Schriftführer), Johann Müller (Zeugwart), Josef und Nikolaus Lieb (Beisitzer). 1962 kaufte man eine neue Tragkraftspritze (TS 8/8 mit VW-Motor nach DIN 14410) zum Preis von 3.980 DM. 1967 wurden der Erwerb eines TSA mit entsprechendem Zubehör und die Ausrüstung für eine eigene Löschgruppe Schlappenreuth beschlossen. Die Auslieferung des TSA erfolgte jedoch erst nach Gewährung eines Zuschusses (ca. 2 Jahre später). Für die Aufbewahrung der Geräte in Schlappenreuth stellte 1972 Peter Kreppel seine Garage zur Verfügung (wo sie bis zum Bau der neuen Maschinenhalle 2005 untergebracht waren) und zur besseren Aufbewahrung wurde 1975 ein Anhänger besorgt. Auch in Burgellern wollte man ein größeres Feuerwehrhaus, da das alte für den TSA nicht genügend Platz bot. 1972 wurde zwar der Bauplan bereits genehmigt, allerdings scheiterte die Umsetzung zunächst an einem fehlenden Standort. Als dieser 1975 gefunden war konnte durch eifrige Mithilfe der „Wehrmänner“ der Bau in Angriff genommen werden. So sind für das Jahr 1978 ca. 300 freiwillige Arbeitsstunden vermerkt. Um die Fertigstellung gebührend zu begehen wurde zur Weihe des Feuerwehrhauses ein Fest geplant. Zudem wurde der Kauf einer Fahne bei der Firma Elenore Meinel beschlossen. Als Motiv wählte man auf der Vorderseite die Burgellerer Kirche sowie die Kapelle aus Schlappenreuth, die Rückseite ziert der Schutzpatron der Feuerwehren, der Heilige Florian. So konnte man beim am 28./29.07.1979 abgehaltenen Fest neben der Gerätehauseinweihung auch gleich die neue Fahne weihen lassen. Als Schirmherr dieser Feier erklärte sich Bürgermeister Göller bereit und die Patenschaft übernahm die Feuerwehr Ehrl. Die Fahnenweihe fand nach einem Feldgottesdienst am Ehrenmal statt. Nach einer Kranzniederlegung zum Gedenken an die verstorbenen Kameraden folgte ein Zug mit 36 Vereinen zum neuen Gerätehaus und dessen Weihe mit anschließendem Festausklang.
In den Jahren 1983/84 sollte laut Kommandantentagung die Trennung von aktiver Wehr und Feuerwehrverein umgesetzt und damit auch eine neue Satzung für den Verein beschlossen werden. Leider konnte bei der Umsetzung der Satzung und der damit verbundenen Neuwahl keine Einigung erzielt werden und die Trennung Verein/Wehr erfolgte erst nach einem diskussionsreichen Jahr im zweiten Anlauf. So wurde am 23.03.1985 die Vorstandschaft mit der Neueinführung des Feuerwehrvereins wieder gewählt.
Das im selben Jahr anstehende 100-jährige Jubiläum fand am 15. September im engen Rahmen unter den Dorfbewohnern statt. Die Schirmherrschaft dieser Feier hatte Peter Schonath.
Am 17.11.1990 besuchte eine Delegation aus Scheßlitz, vertreten durch Stadträte und Kameraden der Feuerwehren Scheßlitz und Burgellern-Schlappenreuth, Wiesenburg. Hieraus entstand eine Kameradschaft mit den „Schönauern“. Seitdem besuchen wir uns gegenseitig fast jedes Jahr und verleben immer eine gesellige Zeit miteinander (so fuhren wir auch 2009 zum 60-jährigen Jubiläum nach Schönau und freuten uns auf den Gegenbesuch bei unserer 125-Jahr-Feier).
Auch in der aktiven Wehr tat sich wieder einiges. 1993 wurde durch interessierte Jugendliche die Gründung einer Jugendgruppe angeregt, welche auch in Zukunft Nachwuchssorgen in der Feuerwehr vermeiden soll. Im selben Jahr wurde auch unsere aktuelle Tragkraftspritze angeschafft und 1995 das Feuerwehrhaus mit neuen Kleiderständern ausgerüstet.
Ab September 1996 beteiligten sich die Mitglieder der Feuerwehr Burgellern-Schlappenreuth zusammen mit den beiden anderen Ortsvereinen und weiteren Einwohnern am Bau eines Gemeinschaftshauses. Nach einer Vielzahl geleisteter Arbeitsstunden konnte 2000 der Innenausbau abgeschlossen werden. Neben dem Nutzen für die Ortsgemeinschaft bietet es auch die Möglichkeit für Versammlungen und Schulungen der Feuerwehr.
2008 bekam das Feuerwehrhaus einen neuen Außenanstrich, der 2009 durch einen neuen Innenanstrich, neue Spinde und Regale (2010) komplettiert wurde. Auch eiferte 2008 und 2009 die aktive Wehr der Jugend nach und beteiligte sich an den Erwachsenenleistungsmärschen in Kübelstein und Ebersdorf.
Das Vereinsgeschehen wurde seit 2008 durch Zustimmung der Mitglieder von den Vorbereitungen zur 125-Jahr-Feier geprägt. In diesem Zusammenhang beschloss man auch die Eintragung des Vereins in das Vereinsregister, so dass man sich seit dem 19.01.2009 Freiwillige Feuerwehr Burgellern-Schlappenreuth e.V. nennen, und aktuell auf 86 Mitglieder (davon 42 aktive) stolz sein kann.
Der bisherige Höhepunkt im Vereinsgeschehen fand vom 7.-9.5. 2010 statt, als mit Leuten aus Nah und Fern das 125-jährige bestehen der Wehr gefeiert wurde (näheres hierzu im Rückblick zum Fest).



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